Schlittenhund oder Schneemobil? Die Winterausflugsfrage deluxe !

Im Winter gibt es in Nordnorwegen ja reichlich Schnee, zugefrorene Fjorde und was sonst noch mit weiß und kalt zu tun hat. Was gibt es da besseres als aus kalt und dunkel eines der schönsten Wintervergnügen zu machen: die Schlittenfahrt. Man muss sich lediglich entscheiden, ob man mehr Tier oder Technik zugetan ist. Wenn man die relativ zarten Hündchen sieht, glaubt man eher weniger, dass sie in der Lage sind einen Schlitten samt Insassen zu ziehen und das auch noch gleich über Distanzen, bei denen jeder Normalsterbliche schlapp macht. Und doch muss man sich beeilen schneller im Schlitten zu sitzen als die Hunde losgelassen werden, ansonsten droht die Gefahr, dass der Schlitten OHNE Insassen lossaust. Und schließlich will man nicht in minus zwanzig Grad allein in der Kälte stehenbleiben, wo im Schlitten mollig warme Rentierfelle locken.

Wo macht man´s? Nun ja, außer Schnee und nem Schlitten braucht man ja nicht viel. Ich persönlich finde es zauberhaft von Tromsø aus zur Huskytour zu starten. Da kann man sich gleich die fabelhafte Natur der Insel Kvaløya zu Nutze machen, auf der ja auch Teile von Tromsø liegen. Man muss sich nur entscheiden, ob man eher durch die Polarnacht, in der sich die Nordlichter besonders gut jagen lassen,  sausen will oder auch einen Blick auf Meer und Berge werfen möchte. Stirnlampe versus Sonnenlicht. Egal welche Variante es in den Favoritenstatus schafft, in beiden Fällen bekommt man den Hundeschlitten-Laufsteg-Look. Overall, Sturmhaube, Skibrille. Nicht wirklich was für Modefreaks, aber wer interessiert sich in minus zwanzig Grad schon für modisch. Hauptsache alles hübsch warm.

Nun zum Schneemobil: das hat auf jeden Fall den Vorteil, dass es nicht losfährt bevor man drauf sitzt. Vorzugsweise saust man damit durch die Finnmark. Zum Beispiel in Kjøllefjord. Fischergemütlichkeit, eine Handvoll Einwohner, die Weiten der Finnmark vor der Tür. Passt. Natürlich bekommt man für den automatischen Schlittenhund ne technische Einweisung, damit man nicht gleich in der ersten Kurve aus der Spur fliegt. Ansonsten funktioniert es ähnlich wie beim Langlauf, immer hübsch in der Spur des Vorgängers fahren. Ok beim Hundeschlitten kann man sich voll aufs Gucken konzentrieren, während man beim Schneemobil einen gewissen Anteil seines Augenmerks auf die Strecke richten sollte. Es sei denn man sitzt hinten, dann hat der Fahrer eben die Dumm-gelaufen-Karte.

Wer noch eins drauf setzen möchte, gibt sich dem Schneemobilfahren in Kirkenes hin. Da bekommt man noch den zugefrorenen Fjord als Sonderbonus dazu. Es sei denn man kommt zu früh oder zu spät, denn zugefrorene Fjorde haben die unliebsame Eigenart zum Frühjahr hin abzutauen und sich zum Winter hin mit einer tragfähigen Eisschicht Zeit zu lassen. Der Zwischendezemberundfebruarbesucher zieht das Glückslos.

Aber was ist denn jetzt nun besser? Tier oder Technik? Also ich kann nur sagen: am besten beides ausprobieren, weil beide Abenteuer so unterschiedlich sind, dass man keinem den Vorzug geben kann. Oder vielleicht doch? Also: auf nach Norge und es selbst herausfinden!🙂

Copyright: Anne Olsen-Ryum / www.nordnorge.com / Hasvik

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Polarnacht in Sicht oder: wo geht es denn hier zum Winterschiffszauber? Teil 2 !

Die Reise auf der Hurtigrute geht weiter. 7. Tag. Kirkenes. Nur zehn Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Ok, Kirkenes ist keine wirkliche Perle, aber das Drumherum macht alles wett. Erstes Muss: das Schneehotel unweit der Stadt. Über Mangel an Winter kann man sich hier nun wirklich nicht beschweren. Im Winter sind es gerne mal minus zwanzig Grad und man kommt kältemäßig voll auf seine Kosten. Und im Hotel empfindet man die minus vier Grad geradezu als hochsommerlich. Kaum zu glauben, dass das Hotel jede Saison neu aufgebaut wird, nachdem das Tauwetter ihm im Sommer den garaus gemacht hat. Die Zimmer sind zauberhaft gestaltet, jedes hat ein eigenes Thema, lediglich die Betten bestehen nicht aus Eis und der Polarschlafsack hält für die Nacht mollig warm.

Schneehotel Kirkenes, Copyright: insidenorway

Schneehotel Kirkenes, Copyright: insidenorway

Auf dem Gelände des Hotels gibt es aber noch viel mehr zu sehen. Zum Beispiel: Rentiere. Man muss ein bißchen warten bis sich eins blicken lässt. Aber wenn man sie erspäht gerät man in Entzücken. Perfekt an die Kälte angepasst und einen mit großen Augen anschauend. Gleich gegenüber: die Wohnstube der Huskys. Nicht vergleichbar mit unserer Vorstellung eines gemütlichen Wohnzimmers, aber der Husky an sich wohnt eben gern kältebetont. Schließlich will man sich als Schlittenhund jederzeit im kühlen Schnee wälzen können. Husky-Vergnügen. Der Sucht-Schlittenfahrer bricht dann auch hier zu seiner zweiten Husky-Safari auf. Wiederholungstäter und so. Wer keinen Platz mehr ergattert hat, begnügt sich mit zuschauen.

Copyright: insidenorway

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Die Alternative winkt am Nachmittag. Das Schneemobil. Mit PS unter dem Allerwertesten ist der zugefrorene Fjord Trumpf. Durch das norwegische Winterwonderland sausen, die Polarluft einatmen, umrahmt von der rauhen arktischen Landschaft. Das Paradies könnte nicht besser sein.

Dann heißt es: südgehend. Am 8. Tag winkt Hammerfest. „Into the Ice“ sollte man auf der Wintertour unbedingt ausprobieren, nicht nur weil man stilecht in Expeditionsausrüstung der 1910er Jahre unterwegs ist, sondern auch weil man den Hauch einer Ahnung bekommt, wie es sich anfühlt einer arktischen Expedition anzugehören. Eben bewegt man sich noch „trittfest“ auf blankem Eis um einen Schritt weiter kniehoch im Schnee zu versinken. Pioniergeist und so. Logisch, dass man am Gipfel die norwegische Flagge hisst. Den Traumblick auf das winterliche Hammerfest gibt es kostenlos dazu.

Über Hammerfest, Copyright: insidenorway

Über Hammerfest, Copyright: insidenorway

Zurück vom Gipfel ist man dankbar für warmen Tee und Suppe im Zelt, obwohl das Feuer in selbigem so einheizt, dass man sich nach fünf Minuten temperaturmäßig in der Karibik wähnt.

Am Abend winkt ein Kulturgenuss. Stopp in Tromsø. Wer sich nordgehend der Huskyschlittenliebe hingegeben hat, bekommt südgehend jetzt die zweite Chance zumindest ein bißchen von der größten Stadt Nordnorwegens zu sehen. Beim Mitternachtskonzert in der Eismeerkathedrale sollte man sich von klassischer Musik entzücken lassen. Das Wahrzeichen von Tromsø thront am Ende der Tromsøbrua, der Tromsøbrücke, und ist in seiner abendlichen Beleuchtung einfach wunderhübsch anzuschauen.

An Tag 9 ist das Schiff zurück auf den Lofoten. Genauer gesagt in Svolvær. Nun gut, die Ausflugsmöglichkeiten sind im Winter begrenzt, aber ein Spaziergang zur Halbinsel Svinøya lohnt sich auch im Winter. Stockfischgestelle, Fischfabrik und Rorbuer (die alten Fischerhütten) lassen keinen anderen Schluss zu, als dass Fisch hier ein größeres Thema ist. Dem Stockfisch bin ich ja nicht so außerordentlich zugetan, aber die Atmosphäre auf der Halbinsel nimmt einen gleich gefangen. Wer noch den entzückenden alten Krämerladen besucht, unternimmt eine Zeitreise nach Alt-Norwegen.

Svolvær, Copyright: insidenorway

Svolvær, Copyright: insidenorway

An Tag zehn wird der Polarkreis wieder nach Süden überschritten. Das Tageslicht ist zurück, wenn auch erst einmal mit spärlichen drei Stunden, aber immerhin. Zeit für einen Ausstieg in Sandnessjøen. Die Länge des Stopps ist zwar überschaubar, aber für einen Spaziergang am Kai mit ein paar zauberhaften Fotomotiven reicht es. Die Kutter liegen schlafend im eisklaren Wasser vor einer zauberhaften Bergkulisse. Und da die Sonne ja wieder über den Horizont klettert, kann man auf der Weiterfahrt gleich an Deck stehen bleiben um die Bergkette der Sieben Schwestern zu bestaunen. Die sieben Jungfrauen, die vor König Hestmannen flohen, erstarrten hier bei Sonnenaufgang zu Stein. Ja, die Norweger sind eben gekonnt darin die Natur ihres Landes mit Legenden zu bestücken. Und imposant ist die Gebirgskette noch dazu. Der zur Legende zugehörige Torghatten, der berühmte Berg mit dem Loch, verschwindet auf der Wintertour allerdings in der Dunkelheit.

Sandnessjøen, Copyright: insidenorway

Sandnessjøen, Copyright: insidenorway

Der Trondheim-Fan und Frühaufsteher hat an Tag 11 die zweite Gelegenheit durch die Stadt zu ziehen. Wer um halb sieben am morgen die zwanzig Minuten vom Anleger in Trondheims Zentrum läuft, hat sich kalorienmäßig schon das Frühstück verdient. Hilfreich, denn die Coastal Kitchen, die auf dem Schiff serviert wird, kann man nur schwer ignorieren. Am Ende der Reise hat man sich so ziemlich durch alle Spezialitäten gegessen, die Norwegens Küste zu bieten hat. Das Food-Baby wächst.😉

Amselben Tag stehen noch einmal Kristiansund und Molde auf dem Programm. Beine vertreten, Hafen genießen, den Ausklang der Reise beweinen.

An Tag 12 ist es soweit. Bergen ist in Sicht. Und verbunden damit der Gedanke, dass man doch eben noch 2.500km nördlicher war. Wo man nordgehend noch dachte, dass man sich gemächlich gen Nordkapp bewegt, hat man südgehend das Gefühl, dass streckenmäßig der Turbo eingeschaltet wird. Wer bei der Einfahrt in Bergen am Bug steht, dem raubt der Wind fast den Atem. Aber zu verlockend ist es zu beobachten wie die Stadt immer näher kommt. Und so kann man sich mit Gedanken an die Reise von seinem Schiff verabschieden. Bis man wiederkehrt. Zur nächsten Tour. Auf der Hurtigrute.

Bergen in Sicht, Copyright: insidenorway

Bergen in Sicht, Copyright: insidenorway

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