Gastbeitrag: „Antarktis – unberührter Kontinent“ von Uli Brümmer

Die Antarktis ist der letzte nahezu unberührte Kontinent. Drei unserer Kunden durften die zauberhafte Welt aus ewigem Eis über den Jahreswechsel erleben und kamen mit einzigartigen Erlebnissen zurück. Uli Brümmer hat die fulminante Reise in einem spektakulären Tagebuch zusammengefasst und die drei haben natürlich zahlreiche traumhafte Fotos mitgebracht, die zeigen, welch einzigartige Reise die drei erlebt haben. Wer es den Dreien gleichtun möchte, darf gerne bei uns buchen und ebenfalls zum Kontinent des ewigen Eises aufbrechen!

Tag 1 Frankfurt – Buenos Aires

Nach einem sehr angenehmen Flug mit erstaunlich viel Schlaf mussten wir mehr als zwei Stunden anstehen, um durch die Passkontrolle zu kommen. Anschliessend fuhren wir zum Hotel Hilton, wo wir erste Infos zum folgenden Tag erhielten. Nach einer schnellen Dusche wartete auch schon der Bus zu einer Stadtrundfahrt durch Buenos Aires. Wir besuchten unter Anderem Evitas Grab auf dem Friedhof Recoleto, die Casa Rosada – den Präsidentenpalast, La Boca – einen sehr bekannten und jeder Beziehung bunten Stadtteil von Buenos Aires.
Nach der Stadtrundfahrt haben wir auf eigene Faust etwas Buenos Aires erkundet – eine wunderbare Stadt. Ein paar Tage vor der Reise hätten sich definitiv gelohnt. Fröhliche Menschen, tango-tanzende Paare – eine tolle Einstimmung auf eine schöne Reise.

 

Tag 2 Buenos Aires – Ushuaia

Heute mussten wir früh aufstehen, denn unser Flug nach Ushuaia ging schon um halb neun. Nach der Ankunft in Ushuaia starteten wir direkt zum Ausflug zum Nationalpark Tierra del Fuego. Bei traumhaftem Wetter durften wir den Roca-See und die Bucht von Laptaia bewundern. Nicht zu vergessen, das Ende der Trans-Americana – 3063 Kilometer entfernt von Buenos Aires.

Dann endlich war die Einschiffung auf die MS Midnatsol – unser Zuhause für die nächsten Tage. Nach dem Einchecken konnten wir unsere roten Expeditionsjacken und Trinkflaschen abholen. Anschliessend mussten wir zum Gesundheitscheck zu den Schiffsärzten und dann konnten wir unsere Kabine beziehen. Und am späteren Abend nach ein paar technischen Problemen und einem leckeren Buffet ging es endlich los Richtung Antarktis.

Tag 3 Drake

Ich wusste gar nicht, wie anstrengend Seetage sein können. Nach einem ausgiebigen Frühstück startete unser Tagesprogramm.

Zuerst Stiefel abholen. Dann erhielten wir einen Überblick über die möglichen Exkursionen. Danach Mittagessen. Anschliessend IAATO Briefing. Dann, unter den kritischen Augen des Expeditionsteams Absaugen sämtlicher Taschen und Kleidungsstücke, die wir mit an Land nehmen wollten, damit wir keine Samen und Erde von daheim einschleppen. Zwischendrin Kaffeetrinken und Delphinen und Albatrossen zuschauen, wie sie das Schiff begleiten. Anschliessend das Kajak-Briefing. Dann erhielten wir eine Vorschau auf den morgigen Tag. Und schliesslich konnten wir uns hinsetzen und ein leckeres Abendessen geniessen.

Tag 4 Drake – Yankee Harbour

Unser Tag begann heute sehr früh. Wir wollten den Sonnenaufgang um 03:05 beobachten (nach Sonnenuntergang um 22:17). Aber leider war ausser uns Sonnen nichts Strahlendes zu sehen.

Da wir schon alle Pflichttermine erledigt hatten, konnten wir in Ruhe Miguels interessanten Vortrag zu Pinguinen verfolgen. Die Vorfreude auf diese Tierchen wurde mit diesen neuen Informationen riesig. Draussen war es bei vier Grad sehr diesig. Dennoch standen wir auf Deck 6 an der Reling und konnten kleine Pinguine beobachten, wie sie in der Nähe des Schiffes umherschwammen.

Und dann, um kurz nach halb zwölf war es soweit – die südlichen Shetlandinseln kamen in Sicht. Wie bestellt riss auch der Himmel auf und wir konnten bei strahlendem Sonnenschein die unbeschreibliche Landschaft bis Yankee Harbour geniessen. Dort gingen wir vor Anker und konnten erstmals beobachten, welch logischer Aufwand eine Tour in die Antarktis bedeutet. Man macht sich keine Vorstellung, wieviel Ausrüstung notwendig ist, um eine sichere Anlandung zu gewährleisten. Vor lauter Staunen haben wir fast das Mittagessen verpasst.

Damit begann das Warten auf unsere erste Anlandung. Wir waren in Gruppe 11 und mussten bis zum frühen Abend warten, bis wir anlanden konnten. Um viertel vor sechs standen wir in Gummistiefeln und mit Regenhose, Regenjacke und Schwimmweste bewaffnet auf Deck 4 und warteten gespannt auf das Go für die Humpbacks (unsere Gruppe). Dann ging alles ganz schnell. Bevor wir uns versahen, sassen wir im Tenderboot auf dem Weg zu den Pinguinen. Und die watschelten ohne Scheu zwischen all den komischen Pinguinen in roten Jacken in Richtung Wasser und zurück zum Nest. Es ist unbeschreiblich, diese kleinen Tierchen in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen. Ausser Pinguinen haben wir auch noch eine Gruppe Seeelefanten gesehen. Unglaublich – mir fehlen die Worte… Nach einer guten Stunde ging’s zurück aufs Schiff. Durch die Stiefelreinigungsanlage und das Desinfektionsbad; hiermit soll verhindert werden, dass Krankheitserreger von einer Pinguinkolonie zur nächsten übertragen werden.

Schnell unter die Dusche, denn es gab ein leckeres Silvesterbuffet und danach eine geniale Silvestershow der Crew, während wir ins neue Jahr gesegelt sind.

Tag 5 Deception Island

Der zweite Tag auf den südlichen Shetlandinseln begann nach der Silvesternacht wieder recht früh. Um fünf Uhr haben wir uns aus dem Bett geschält, um die Einfahrt nach Deception Island zu verfolgen. Riesige Pinguinschwärme haben uns begleitet – leider aber keine Wale, wegen derer wir auch so früh aufgestanden waren.

Die Einfahrt war sehr spektakulär. Zwar ist die Einfahrt nicht sehr schmal, dennoch hält der Kapitän direkt auf die rechte Seite zu, denn auf der linken Seite der Einfahrt ist, knapp mit Wasser bedeckt ein grosser Felsen, zu welchem man besser etwas mehr Abstand hält. Direkt bei der Einfahrt habe ich dann den ersten Wal der Reise gesehen – eine riesige Fluke hat aus dem Wasser geschaut und kurze Zeit später schwamm ein grosser „Stein“ an uns vorbei.

Gegen halb zwölf ging’s vom Ankerplatz zur Telefon Bay. Wir wurden von zwei Pinguinen begrüsst und starteten die Wanderung auf dem Kraterrand. Rund 180 Höhenmeter mussten bewältigt werden, über loses Lavagestein ist das gar nicht so einfach. Belohnt wurden wir mit fantastischen Ausblicken auf die Midnatsol und die lavabedeckten Gletscher.

Nach der Wanderung konnte man die Gelegenheit nutzen, um eiszubaden. Ob das wirklich eine gute Idee war?? Ohne weiter nachzudenken habe ich die zahlreichen Klamottenschichten ausgezogen und bin in das eiskalte Wasser gerannt. Mit zwei, drei schnellen Zügen bin ich dann zurück an Land geschwommen und erst dort begann ich, die Kälte zu spüren. Zum Glück war die Sonne gnädig und wärmte uns. Nach dem Abtrocknen und in den warmen Klamotten, war es sogar total angenehm und erfrischend.

Dann ging’s zurück an Bord, durch die Stiefelreinigung und -desinfektion, in warme Klamotten und zu einem schnellen Mittagessen. Danach war schon nicht mehr viel Zeit und wir mussten uns fertig machen zum Crusing. Wir sind eine knappe Stunde mit einem Tenderboot am Krater entlanggefahren und Rike, die Expeditionsleiterin hat uns die Entstehung der Gesteinsformationen erklärt. Es gibt sogar Stellen am Strand, an denen Dampf aufsteigt und man Schwefelgeruch wahrnehmen kann. Es war faszinierend.

Nach einem leckeren italienischen Buffet durften wir zum Briefing für die Amundsen Night – was da wohl auf uns wartet?

Tag 6 – Danco Island

Nach rund 12 Stunden Fahrt sind wir gegen halb sechs in Danco Island angekommen. Ein strammes Programm wartete auf uns. Um 07:45 mussten wir (nicht als erste Gruppe) in unsere Expeditionsklamotten gepackt am Tender-Pit stehen, um an Land zu gehen. Mittlerweile beherrschten wir das Prozedere schon perfekt und das Ein- und Aussteigen aus dem Tenderboot war überhaupt kein Problem mehr.

Der Weg zu Anlegestelle war sehr kurz und wir konnten uns schnell auf eine schöne Wanderung auf einen Berg mit mehreren Pinguinkolonien machen. Die Eselspinguine sind sooooo süss, man kann sich gar nicht satt an ihnen sehen. Die Aussicht war wieder gigantisch. Rundherum bläulich schimmernde Gletscher und Eisschollen – grosse Eisschollen im Meer. Daneben die watschelnden Pinguine auf ihrer Autobahn auf dem Weg zum Meer und zurück zur Kolonie.

Auf dem Rückweg hinunter zur Anlandestelle konnten wir eine Etappe auf einer „Rutschbahn“ auf dem Hosenboden absolvieren. Wir hatten richtig Spass. Beim Warten auf das Zurückfahren zur Midnatsol hat uns eine Gruppe Eselspinguine die Wartezeit verkürzt.

Nach dem verdienten Mittagessen mussten wir uns schon wieder für das anstehende Cruising bereitmachen. Zusammen mit Eric sind wir an den Gletschern entlanggefahren und konnten aus der Ferne das Kalben hören. Die Eisformationen, die wir zu sehen bekamen waren unglaublich. In der Ferne konnten wir Wale sehen, die waren aber sehr weit entfernt. Dennoch bekamen wir sie noch hautnah zu sehen. Zwei sehr grosse Exemplare haben sich etwas später etwa 90 Minuten rund um unser Schiff getummelt. Eindrücke, die man nie vergisst!!! 

Nach einem Vortrag über Wale ging’s zum Abendessen und danach mussten wir uns bereit machen, für unsere Nacht an Land in einem Zelt, die sogenannte Amundsen Night. Aufgeregt und voller Spannung wurden wir mit 14 anderen „Pärchen“ mit den Tenderbooten zu unserem Camp gefahren. Dort stand alles bereit. Ein Schlitten für jedes Paar mit Zelt, Schaufel, dicker Matte, zwei Isomatten, zwei Schlafsäcken und zwei Inletts. Die Plätze für unsere Zelte waren schon markiert – und dann ging es unter den kritischen Augen von Dave und Eric vom Expeditionsteam los. Zuerst haben wir uns mit Füssen und Schaufel eine ebene Fläche gemacht, um dort dann das Zelt aufzustellen. Wir waren super flott und hatten unsere Schlafstätte in null Komma nix aufgebaut und gemütlich eingerichtet. Das Camp war nahe einer Pinguinkolonie und konnten es uns natürlich nicht nehmen lassen, die putzigen Kerlchen zu beobachten. 

Mittlerweile hatten die MS Midnatsol und auch die MS Roald Amundsen den Ankerplatz verlassen und waren nicht mehr zu sehen. Um halb zwölf wir schlafen gegangen und haben unter grossem Gelächter versucht, es uns gemütlich zu machen. Schliesslich haben wir eine Position gefunden, die zu passen schien. Und dann war da nur noch das Kalben der Gletscher, das Singen der Wale und das Schnattern der Pinguine zu hören. Mit diesen Geräuschen im Hintergrund sind wir eingeschlafen und um fünf Uhr wieder aufgewacht.

Tag 7 Danco Island – Paradise Bay

Beim Blick aus dem Zelt mussten wir uns fast kneifen, so kitschig war es. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, knirschender und glitzernder Schnee, Gletscher im Hintergrund. Unglaublich. Vor dieser Kulisse glitt dann langsam die MS Midnatsol zum Ankerplatz -zurück und als wäre das noch nicht genug, kamen in unmittelbarer Nähe unseres Camps zwei Wale vorbei. Das Zelt war schnell abgebaut und dann wurden wir schon wieder abgeholt. Verabschiedet wurden wir von einem neugierigen Seehund und auf dem Rückweg haben wir noch einen schlafenden Wal gesehen. Was will man mehr

Nachdem das Expeditionsteam mit der gesamten Ausrüstung wieder von unserem Camp zurückgekommen war, ging es los zum heutigen Ziel Gonzalez Videla in der Paradise Bay.  Auf dem Weg dorthin konnten wir die MS Roald Amundsen ganz genau betrachten. .

Die Anlandestelle war ganz in der Nähe, nämlich die im Sommer besetzte chilenische Forschungsstation González Videla. Schon beim Anlegen haben wir den Duft der Pinguine gerochen, kein Wunder – hier nisten hunderte Paare und brüten gerade ihre Eier aus. Unter anderem auch ein weisser Pinguin – bei dem es sich aber nicht um einen Albino handelt. 

Die Zeit nach der Rückkehr verging schnell und nach dem Mittagessen mussten wir uns schon wieder in unsere Klamotten und Schwimmweste fürs Cruising packen. Heute war Ian unser Guide und wir gingen Wale suchen. Und tatsächlich haben wir zwei Wale gefunden, die faul Ihren Verdauungsschlaf hielten und sich (leider) so gar nicht von uns stören liessen. Vorbei an bizarren Eisformationen haben wir dann noch eine Gruppe Seehunde beim Sonnenbad besucht.

Gerade als wir dann zum Abendessen gehen wollten, wurde Walalarm durchgesagt. Und das war ein Auftritt der Spitzenklasse – man hatte geradezu den Eindruck, als würden die unzähligen Buckelwale für uns posieren.

Tag 8 Neko Island

Die erste Gruppe musste schon um sechs in Landingausrüstung am Tender-Pit stehen. Es war neblig und bewölkt und wir waren froh, dass wir erst um halb zwölf unsere Anlandung hatten. Wir hatten genügend Zeit, das Frühstück zu geniessen und Fotos rund um den Ankerplatz zu schiessen. Die Anlandestelle lag ganz in der Nähe eines sehr aktiven Gletschers und deshalb waren auch immer wieder Lawinen zu hören und zu sehen.

Zwischendrin riss der Himmel immer mal wieder auf und wir waren zuversichtlich auf bessere Sicht als am frühen Morgen. Als wir im Tenderboot sassen war etwas blauer Himmel zu sehen. Was wir dann aber für ein Glück mit dem Wetter hatten, ist nicht in Worte zu fassen. Unten bei der ersten Pinguinkolonie erstrahlte schon der Gletscher im Sonnenschein. Auf dem Weg nach oben, zu den anderen Kolonien hatten wir Blick auf einen faul am Strand liegenden Seehund. Beim weiteren Aufstieg mussten wir eine mehrspurige, stark frequentierte Pinguinautobahn überqueren – hier wurde der Verkehr sogar vom Expeditionsteam geregelt. Den Ausblick, den wir dort oben hatten, kann ich nicht beschreiben – atemberaubend.

Nach der Rückkehr haben wir flott Mittag gegessen- wir wollten schnell auf Deck 6, um das schöne Wetter und die traumhafte Landschaft zu geniessen. Wir waren mittlerweile auf dem Weg in Richtung Lemaire-Kanal und hofften sehr darauf, diesen durchqueren zu können. 

Nach einem Vortrag von Ian über Seehunde wollten wir zum Essen gehen. Allerdings machten uns Wale einen Strich durch die Rechnung. Zuerst ein einzelner, danach eine Gruppe von mindestens 6 Tieren. Das Schauspiel, das uns geboten wurde ist nicht zu beschreiben. Wir dachten, das bisher Gesehene sei nicht zu toppen – weit gefehlt…

Wir waren mittlerweile in Sichtweite des nördlichen Eingangs zum Lemaire-Kanal und konnten die Una Peaks (auch Unas tits genannt) sehen. Deshalb haben wir uns nur ein ganz schnelles Abendessen gegönnt, damit wir den Kanal in seiner ganzen Schönheit bewundern konnten. Aber leider haben uns Eisberge und Packeis einen Strich durch die Rechnung gemacht – für uns war es nicht möglich, den Kanal zu durchfahren – wir konnten nur ein kurzes Stück hineinfahren. Somit waren wir am südlichsten Punkt unserer Reise angelangt, was mit einem Hurtigruten Spesial gefeiert wurde.

Tag 9 Orne Harbour

Heute haben wir erfahren, was Rike, unsere Expeditionsleiterin, am ersten Tag meinte, als sie erzählte, dass Plan A nicht immer funktioniert und dass das Expeditionsteam immer Plan B und C, manchmal auch Plan D und E habe…

Es war ziemlich grau, als wir heute in Orne Harbour aufgewacht sind und wir hatten schon Zweifel, ob unsere für 09:00 angesetzte Kajaktour stattfinden würde, da das Meer sehr unruhig war. Nach einem gemütlichen Frühstück kam dann auch die Durchsage, dass der Wind zu stark war und auch im Laufe des Tages auffrischen sollte, sodass alle vier Kajaktouren des Tages abgesagt wurden. Wir konnten vom Bistro aus die Vorbereitungen des Expeditionsteams für die Anlandung beobachten und wunderten uns, dass die zwei vollbesetzten Tenderboote nach kurzer Zeit wieder zurückgekommen sind.

Schon bald kam die Durchsage, dass die geplante Anlandung wegen grosser Eisberge nicht möglich war. Es bestand die Gefahr, dass wir blockiert werden. Das Expeditionsteam machte sich also auf die Such nach einer anderen, besser zugänglichen Anlandestelle. Die war auf der anderen Seite von Orne Harbour schnell gefunden und das Expeditionsteam machte sich auf, das Gebiet nach Gletscherspalten zu untersuchen. Aufgrund der Verzögerung mussten auch die Pläne für Cruising und Landing neu geschrieben werden. Wir waren nach neuem Plan erst kurz vor Mittag mit dem Cruising an der Reihe und haben den Vormittag mit Kaffee, Tee und netten Gesprächen mit Mitteisenden verbracht.

Aufgrund des starken Windes mussten wir uns fürs Cruising warm einpacken. Josh war heute unser Guide. Zuerst kam der ungemütliche Teil. Gegen den Wind zu einem interessant geformten Eisberg, auf dem es sich ein paar Pinguine gemütlich gemacht hatten. Danach ging’s zu einer Kolonie von Blauaugenkormoranen und Zügelpinguinen. Die Kormorane hatten bereits ziemlich grosse Jungtiere. Zurück ging’s entlang der Küste – hier konnte man auch eine sehr lange Pinguinautobahn sehen. Es muss sehr anstrengend für die Tierchen sein, zu ihrer Kolonie oben auf dem Berg zu kommen. 

Wir sind ziemlich durchgefroren wieder auf dem Schiff angekommen und haben uns sehr über den warmen Tee, der immer bereit steht gefreut. Zurück in der Kabine haben wir uns aus den dicken Jacken und Stiefeln geschält, die Frisur gerichtet (die auf dem Schiff den Namen eigentlich nie verdient) und sind Mittagessen gegangen. Nach einem Kaffee im Bistro war es auch schon wieder Zeit, sich für das Landing fertig zu machen. Also wieder rein in dicke Jacken, Stiefel und die Schwimmweste, runter auf Deck 3 und mit dem Tenderboot zur felsigen Anlegestelle.

Nach ein paar Anweisungen von Rike durften wir uns mit Wanderstöcken bewaffnet auf den Weg nach oben zur Zügelpinguinkolonie machen. Gleich zu Beginn des markierten Weges kamen die ersten Pinguine auf ihren Bäuchlein abgerutscht, um im Meer nach Futter zu suchen. Der Rückweg, den ein paar Kerlchen schon angetreten hatten, war ziemlich mühsam, da das Gelände sehr steil war. Wir Menschen dagegen bekamen vom Expeditionsteam Treppenstufen in den Schnee gemacht, um den Aufstieg zu erleichtern. Die Wolkenstimmung war wieder fantastisch – das Schiff lag von Eisbergen umgeben im Meer, das sah unglaublich aus. Und oben angekommen wurden wir mit einer Kolonie brütender Pinguine belohnt – der Aufstieg hatte sich gelohnt!!!

Tag 10 Damoy Point

In der Nacht sind wir von Süden kommend in den Neumayer-Kanal eingefahren. Ziel war Damoy Point. 

Nach einem ausgiebigen Frühstück und Waschtag“ (Hurtigruten bieten einen Wäschesack waschen für etwa 25€ an – das mussten wir nutzen) stand das ausgefallene Kayakfahren auf dem Programm. Wir bekamen nochmals ein kurzes Briefing und mussten dann unsere Ausrüstung abholen, um Fleeceanzug, Trockenanzug, Schwimmweste und Schuhe im Zimmer anzuziehen. Nachdem wir dann alle am Tender-Pit eine Einweisung bekommen hatten und die Kayaks entsprechend eingestellt hatten, ging’s los. Einsteigen über ein Tenderboot, ins Kayak gleiten – das Abenteuer konnte beginnen. Wir, ganz klein, die grosse MS Midnatsol neben uns und um uns herum von der Sonne bestrahlte Antarktis -Gletscher. Plan war eine Oneway-Tour Rich Port Lockroy. Schnell hatten wir unseren Rhythmus gefunden und dann konnten wir nur noch geniessen. Die Natur, die Landschaft, die Tiere. Unglaublich, was wir alles zu sehen bekamen. Einen Zwergwal, Pinguine, Seeleoparden, ein Walskelett, Kormorane, Buckelwale. Und das alles bei strahlendem Sonnenschein, obwohl die Wettervorhersage starke Bewölkung und sogar Regen gemeldet hatte. Wir haben die 90 Minuten in vollen Zügen genossen. Abgeholt wurden wir von einem Tenderboot, in das wir vom Wasser aus einsteigen mussten. Die Kayaks wurden zusammengebunden und blieben für den Nachmittag in der Bucht.

Zurück auf dem Schiff durften wir uns aus den Klamotten quälen und mussten hetzen, denn wir hatten volles Programm. Es stand eine Schneeschuhwanderung auf Damoy Point an. Vor einer traumhaften Kulisse durften wir durch den glitzernden Schnee wandern und die letzte Anlandung der Reise geniessen. Pinguine haben uns verabschiedet und zurück auf dem Schiff mussten wir erstmal etwas essen

Während des Abendessens hat sich das Schiff in nördlicher Richtung durch den Neumayer-Kanal Richtung Ushuaia aufgemacht. Das nahende Ende der Reise wurde mit einer fantastischen Crew-Show und guten Cocktails begangen. 

Tag 11 Drake

Heute war der erste von zwei Seetagen. Es war sehr trüb und neblig und wir haben den ganzen Tag nur verschiedene Grautöne gesehen. Neben Vorträgen, Stiefel und Bootsgruppenaufkleber abgeben und Reisepass abholen war noch genügend Zeit, zu beginnen, die Eindrücke der vergangenen Tage zu verarbeiten. Am Abend war Farewelldinner mit leckerem 5-Gänge-Menü und zum Abschluss des Abends gabs wieder Hurtigruten Spesial an der Bar.

Tag 12 Drake –

Der zweite Seetag begann mit dem gleichen Wetter wie der erste endete. Grau, Nebel, Regen. Deshalb war es gut, dass wieder viel Programm war.

Los ging es nach dem Frühstück mit einem Vortrag über die ungleichen Zwillinge Arktis und Antarktis von Manuel. Anschliessend trafen sich die Camper, um sich das Zertifikat für die Amundsen-Nacht abzuholen. Wir bekamen auch noch eine Mütze und ein Halstuch geschenkt. Am frühen Nachmittag hat Josh einen Vortrag über die Unterwasserwelt gehalten und Aufnahmen einer Unterwasserdrohne gezeigt. Nach dem Abendessen hatte das Expeditionsteam noch eine Zusammenfassung mit anschliessendem Tourfilm für uns vorbereitet – soooo schön.
Wir hatten alle sehr gehofft, einen Blick auf Cap Horn werfen zu können – leider machte uns der Nebel einen Strich durch die Rechnung und wir haben von der Umrundung von Cap Horn nichts mitbekommen.

Tag 13 Ushuaia – Buenos Aires

Um kurz nach sieben morgens sind wir in Ushuaia angekommen. Da noch ein Ausflug in der Umgebung Ushuaias auf uns wartete, waren wir die Ersten, die das Schiff verlassen musste. Das Expeditions-Team stand draussen Spalier und machte uns damit den Abschied nicht leichter.

Der Ausflug führte uns zum Carbajal-Tal und wir hatten Zeit für eine kurze Wanderung durch ein Moorgebiet. Wir bekamen einen ersten Eindruck der Vielfalt Patagoniens, bevor es zurück nach Buenos Aires ging. Welch ein Kontrast – von der Stille und der puren Natur in der Antarktis, zurück in die Millionenmetropole. Nach einem leckeren Steak machten wir bei sommerlichen Temperaturen noch einen kurzen Spaziergang durch die Stadt. 

Tag 14 Buenos Aires

Unser letzter Reisetag begann mit einem leckeren Frühstück im Hilton Hotel. Um acht wurden wir abgeholt zum Ausflug ins Tigre-Delta. Durch Buenos Aires und die nördlichen Vororte (angeblich Upper Middleclass) sind wir zum Aus 5000 Inseln bestehenden Delta gefahren, welches sich jährlich um rund 100m vergrössert. Wir haben eine Rundfahrt auf dem Delta gemacht, vorbei an schönen und weniger schönen Wochenendhäusern, Supermarktbooten und Busbooten. Nach der Bootsfahrt ging’s zurück zum Hotel. Dort hiess es ein letztes und endgültiges Mal Kofferpacken, denn schon bald kam der Bus zum Flughafen. Dann hiess es Abschied nehmen von Buenos Aires und Argentinien – und eine nicht in Worte zu fassende Reise ging zu Ende

Nordlicht, Schnee und fabelhaftes Licht – die Oktobertour auf der MS Nordlys

Wir sind zurück von der Nordlicht & Sterne Tour, die Ende Oktober gestartet ist. Es gab zauberhaftes Nordlicht, traumhafte Wolkenstimmungen, entzückende Sonnenuntergänge, weissen Winterzauber und natürlich atemberaubende Landschaft satt. Unser kleiner Film zeigt die schönsten Momente der Tour mit spektakulären Drohnenansichten und wer auf den Geschmack gekommen ist, darf natürlich gerne bei uns buchen. 🙂

Goldener Herbst mit Nordlichtfreuden – die Oktobertour auf der MS Kong Harald

Der Sommer hat sich nun endgültig verabschiedet und der Herbst ist vollends in Norwegen eingezogen. Alles leuchtete im Oktober in Gelb- und Orangetönen. Dazu gab es Sonne und herrliche Wolkenstimmungen und auch das Nordlicht erfreute uns mit einem Tänzchen über dem Schiff. Wir haben es genossen. Die Winterjacken kamen nun wieder zum Einsatz, aber was macht das schon, wenn man dafür mit Herbstnatur der Extraklasse belohnt wird. Natürlich haben wir wieder fleissig Fotos gemacht. Die schönsten Aufnahmen seht Ihr hier!

Sonne satt entlang der Küste und die Norweger feiern Ihr Land – unsere Mai-Reise auf der MS Midnatsol

Es war eine fulminante Reise im Mai. Am Nationalfeiertag holten die Norweger ihre Nationaltracht hervor und Bodø empfing unser Schiff zum Festtag mit Salutschüssen und Volkstanz. Die ganze Reise begleitete uns die Sonne und sendete uns bereits herrlich milde Frühjahrstemperaturen. Kurz gesagt: Norwegenherz, was willst Du mehr. Die schönsten Bilder der Tour seht Ihr hier.

Nordlicht Feuerwerk auf unserer März Tour

Wir kommen schon gar nicht mehr mit dem posten nach und bevor wir Euch die schönsten Bilder der März/April Tour zeigen, gibt es jetzt erstmal unser kleines Video zur Tour Anfang März, bei der wir zum Ende der Saison noch einmal Nordlicht in allen Varianten erleben durften. Unsere Videoserie 2019 soll Euch zeigen wie sich Landschaft und Licht im Jahreslauf verändern. Enjoy!

Wo ist das Nordlicht? – Die Novemberreise auf der MS Trollfjord

Ja, diesmal hat es uns mit schlechtem Wetter erwischt. Während wir zu Beginn der Reise noch voller Nordlichthoffnung waren, haben wir an Tag vier den Draht zum Wettergott verloren. Er schickte uns fleissig Regen und Schnee, was unserer guten Laune jedoch keinen Abbruch tat. So ist das mit dem Wetter, es macht eben, was es will. Wir erlebten den Beginn der Polarnacht, schlemmten am sensationellen Buffet und trotzten dem Wind, von dem es reichlich gab. Echtes Novemberwetter eben. Der Fotoreigen war nicht so gross wie üblich, dennoch haben wir ein paar Aufnahmen von der Tour mitgebracht. Enjoy!

Unsere Kalender 2019 sind da!

Ja, wir kratzen schon fast am neuen Jahr. Unsere Kalender kommen also gerade noch rechtzeitig. Zwei Varianten haben wir für Euch aufgelegt: „Hurtigrutenschiffe 2019“ und „Landschaftshotspots der Hurtigruten 2019“. Alle Bilder wurden von uns während der Touren an Bord der Hurtiggrutenschiffe durch das ganze Jahr hinweg geschossen. Zeit also, sich die Schönsten Shots nach Hause zu holen und dabei von der nächsten Hurtigrutenreise zu träumen.

Um unsere Kalender zu bestellen einfach auf das Bild klicken und Ihr werdet zu unserem Kalendershop weitergeleitet.

Nordlicht deluxe – die Septembertour auf der MS Nordlys

Im Allgemeinen beginnt die Nordlichtsaison ja Ende August, denn die Nächte sind dann wieder dunkel genug um das grüne Feuer am Himmel für unser Auge sichtbar zu machen. Also blickten wir gespannt auf die Septembertour. Die hielt sternenklare Nächte für uns bereit und bereits an Tag zwei ging es los mit der Show am Himmel – fulminant. Zwar mussten wir noch weit bis nach Mitternacht ausharren um das Nordlicht am Himmel tanzen zu sehen, aber wer will schon schlafend, wenn der Himmel grün leuchtet. Tag 7 bescherte uns ein stundenlanges Spektakel in grün, violett und rot, wir alle starrten gebannt auf die tanzenden Vorhänge, die über unserem Schiff eine ihrer Top-Vorstellungen gaben. Und als wenn das noch nicht genug wäre, befand sich die Nordlicht-Corona genau über uns, ein Ereignis, in dessen Genuss man höchst selten kommt. Wir haben Euch hier die schönsten Nordlichtbilder der Tour zusammengestellt. Enjoy!

Von Kiel bis Kiel oder: mehr Norwegen geht nicht!

Nach langer Zeit stand wieder einmal „Die grosse Norwegen Panoramareise“ auf dem Programm. Mit einer Gruppe voller wissbegieriger Naturliebhaber starteten wir diesmal schon in Kiel und erkundeten von Oslo aus Zentralnorwegen mit der Bergenbahn. Auch wenn uns in Bergen das Wetter so gar nicht hold sein wollte, stiegen wir gut gelaunt auf die MS Nordnorge und genossen elf Tage Naturglückseligkeit, mal mit herrlichem Sommerwetter, mal mit Regentagen, die bereits wie Herbst anmuteten. Unserer guten Laune war es nicht abträglich. Im Gegenteil. In der Gruppe fand man sich zu warmherzigen Cliquen zusammen und auch wir Reiseleiter hatten immensen Spass mit so vielen tollen Menschen 15 Tage zu verbringen. Von Trondheim fuhren wir einmal mehr auf Schienen nach Oslo und verlebten noch einen herrlichen Sommerabend in der Hauptstadt, bis wir uns in Kiel endgültig verabschieden mussten. Es bleiben Bilder und Erinnerungen an eine phantastische Reise. Enjoy!