Die Nordlicht & Sterne Tour im Januar auf der MS Kong Harald – Motto mit Multiglücksmomenten!

Nordlichtjagd eröffnet. Pünktlich zum Tourbeginn hat der Wettergott die Glückskarte ausgespielt und der Sturm, der im Dezember und Anfang Januar die halbe Flotte in Atem gehalten hat,  hat sich verzogen.  Start also wie gewohnt in Bergen  und unser  aller Gedanke: werden wir klares Wetter haben. Schließlich ist gerade die Nordlicht & Sterne Reise dafür gedacht, möglichst viel vom grünen Himmel zu sehen. Zwei Lektoren als Nordlichtscouts dabei, konnte ja eigentlich nichts schief gehen.

Die ersten Tage war es nordlichtmäßig ja noch entspannt, auch wenn sie sich zuweilen in tiefere Breitengrade als das Nordlichtoval bequemen. So genossen wir also zunächst  Ålesund, Trondheim und Bodø, lauschten den Vorträgen der Lektoren über Nordlichter, das Universum und unser Sonnensystem und bereiteten uns auf die grüne Lightshow vor, ständig die Kamera gezückt um blitzartig an Deck zu springen. Erste Nordlicht-Station: Raftsund. Nach der ersten Durchsage dauerte es nicht lange bis Deck sieben mit zahlreichen Stativen bestückt war und wir gebannt in der Kälte ausharrten. Und wie das bei Nordlicht so ist wird es immer mal stärker und schwächer, so dass wir bei den langen Wartezeiten dankbar für die Heizstrahler waren, an denen wir uns im überdachten Deckbereich kurzzeitig aufwärmen konnten. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass uns der grüne Himmel sieben Tage in Folge erfreuen würde, ein echter Glücksgriff.

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Copyright: Volker Lang

Unser größter Feind waren die Wolken. Unsere Lektoren schauten fast unermüdlich in die Wettervorhersage um auch die kleinsten Wolkenlücken an die Gäste bekannt zu geben. Unsere Truppe harrte zu nachtschlafenden Zeiten an Deck aus und so wurden alle belohnt mit tanzenden Vorhängen am Himmel. Auf Schlaf hätte man auf der Tour getrost verzichten können, denn auch die Sonnenaufgänge hatten es in sich. Rot, gelb und orange strahlte es vom Himmel, nur schwer konnte man sich von der spektakulären Landschaft lösen. Südgehend in Svolvær nahmen wir Beine und Stative in die Hand, rannten hinüber auf die andere Hafenseite und konnten das grüne Spektakel sogar an Land mit der Kamera einfangen, einen besseren Reiseabschluss hätten wir uns nicht vorstellen können. Noch im Nordlichtrausch genossen alle den letzten Tag an Bord an der Helgelandküste entlang und gingen in Trondheim mit wenig Schlaf, dafür aber mit umso mehr Erinnerungen von Bord.  Auch für mich als Reiseleiterin war die Tour ein echtes Erlebnis. Also nicht lange überlegen und mitfahren. Die nächste Nordlicht & Sterne Tour kommt bestimmt!

Schlittenhund oder Schneemobil? Die Winterausflugsfrage deluxe !

Im Winter gibt es in Nordnorwegen ja reichlich Schnee, zugefrorene Fjorde und was sonst noch mit weiß und kalt zu tun hat. Was gibt es da besseres als aus kalt und dunkel eines der schönsten Wintervergnügen zu machen: die Schlittenfahrt. Man muss sich lediglich entscheiden, ob man mehr Tier oder Technik zugetan ist. Wenn man die relativ zarten Hündchen sieht, glaubt man eher weniger, dass sie in der Lage sind einen Schlitten samt Insassen zu ziehen und das auch noch gleich über Distanzen, bei denen jeder Normalsterbliche schlapp macht. Und doch muss man sich beeilen schneller im Schlitten zu sitzen als die Hunde losgelassen werden, ansonsten droht die Gefahr, dass der Schlitten OHNE Insassen lossaust. Und schließlich will man nicht in minus zwanzig Grad allein in der Kälte stehenbleiben, wo im Schlitten mollig warme Rentierfelle locken.

Wo macht man´s? Nun ja, außer Schnee und nem Schlitten braucht man ja nicht viel. Ich persönlich finde es zauberhaft von Tromsø aus zur Huskytour zu starten. Da kann man sich gleich die fabelhafte Natur der Insel Kvaløya zu Nutze machen, auf der ja auch Teile von Tromsø liegen. Man muss sich nur entscheiden, ob man eher durch die Polarnacht, in der sich die Nordlichter besonders gut jagen lassen,  sausen will oder auch einen Blick auf Meer und Berge werfen möchte. Stirnlampe versus Sonnenlicht. Egal welche Variante es in den Favoritenstatus schafft, in beiden Fällen bekommt man den Hundeschlitten-Laufsteg-Look. Overall, Sturmhaube, Skibrille. Nicht wirklich was für Modefreaks, aber wer interessiert sich in minus zwanzig Grad schon für modisch. Hauptsache alles hübsch warm.

Nun zum Schneemobil: das hat auf jeden Fall den Vorteil, dass es nicht losfährt bevor man drauf sitzt. Vorzugsweise saust man damit durch die Finnmark. Zum Beispiel in Kjøllefjord. Fischergemütlichkeit, eine Handvoll Einwohner, die Weiten der Finnmark vor der Tür. Passt. Natürlich bekommt man für den automatischen Schlittenhund ne technische Einweisung, damit man nicht gleich in der ersten Kurve aus der Spur fliegt. Ansonsten funktioniert es ähnlich wie beim Langlauf, immer hübsch in der Spur des Vorgängers fahren. Ok beim Hundeschlitten kann man sich voll aufs Gucken konzentrieren, während man beim Schneemobil einen gewissen Anteil seines Augenmerks auf die Strecke richten sollte. Es sei denn man sitzt hinten, dann hat der Fahrer eben die Dumm-gelaufen-Karte.

Wer noch eins drauf setzen möchte, gibt sich dem Schneemobilfahren in Kirkenes hin. Da bekommt man noch den zugefrorenen Fjord als Sonderbonus dazu. Es sei denn man kommt zu früh oder zu spät, denn zugefrorene Fjorde haben die unliebsame Eigenart zum Frühjahr hin abzutauen und sich zum Winter hin mit einer tragfähigen Eisschicht Zeit zu lassen. Der Zwischendezemberundfebruarbesucher zieht das Glückslos.

Aber was ist denn jetzt nun besser? Tier oder Technik? Also ich kann nur sagen: am besten beides ausprobieren, weil beide Abenteuer so unterschiedlich sind, dass man keinem den Vorzug geben kann. Oder vielleicht doch? Also: auf nach Norge und es selbst herausfinden!🙂

Copyright: Anne Olsen-Ryum / www.nordnorge.com / Hasvik

Copyright: Anne Olsen-Ryum / http://www.nordnorge.com / Hasvik

Polarnacht in Sicht oder: wo geht es denn hier zum Winterschiffszauber? Teil 1 !

Oft werde ich gefragt, welche Atmosphäre auf den Winterreisen herrscht und ob es sich lohnt in der dunklen Jahreszeit zu reisen. Natürlich sieht man von der Natur weniger als im Sommer, aber dafür bekommt man Nordlichtzauber, schneebedeckte Städte und die Polarnacht. Und auch die hat ihren Reiz.

Im Winter heißt es  Ablegen in Bergen um 22:30 Uhr und wie immer weht dann ein Hauch von Abenteuer ums Schiff. Schließlich sind es ja auch knapp 2.500km, die man bis zum Wendepunkt in Kirkenes zurücklegt. An Deck stehen im eisigen Wind muss sein. Schließlich ist Norwegen „powered by Nature“ und das will man ja auch spüren. Ok, nach spätestens einer halben Stunde ist man ein wandelnder Eiszapfen und freut sich über die muggelige Wärme im Schiff.

Gleich am nächsten Tag erreicht man eines der Städtehighlights von Norwegen: Ålesund und in den drei Stunden, die das Schiff am Kai liegt, lässt sich hier alles wesentliche besichtigen. Allem voran natürlich die zauberhafte Jugendstil-Architektur. Und den Aussichtsberg Aksla. Und und und.

Ålesund im Advent, Copyright: insidenorway

Ålesund im Advent, Copyright: insidenorway

Um 15 Uhr geht es weiter. Nach Molde. Hier bleibt man meist ein „An-Deck-Steher“, da das Schiff nur dreißig Minuten am Kai liegt. Dafür hat man einen herrlichen Blick auf das Scandic Seilet Hotel, in der Bauweise ein bißchen in Dubai abgeguckt. Gebaut wie ein Segel und so. Und das Lichtermeer der Häuschen von Molde kann sich auch sehen lassen, auch wenn man die Romsdalsalpen im Winter nur erahnen kann. Am Abend läuft man in Kristiansund ein. Für mich eine der schönsten Hafeneinfahrten überhaupt. Auch im Winter oder vielleicht gerade da. Die Lichter kommen immer näher, das Schiff zieht vorbei an Häusern und Hafengeschehen. Herrlich! Den arktischen Wind muss man eben einfach ertragen.

3. Tag. Also das mit dem frühen Vogel ist mir ja normalerweise eher egal, aber an diesem Tag ist Frühstück um 7 Uhr eine echte Option, weil man sich in Trondheim dann so richtig austoben kann. Die Stadt ist ja überhaupt zauberhaft und für mich auch eine der Favoritenstädte.

Trondheim Kanalhafen und Bakklandet, Copyright: insidenorway

Trondheim Kanalhafen und Bakklandet, Copyright: insidenorway

Der Dom ist einfach immer wieder imposant und wer den kurzen steilen Weg nicht scheut, erklimmt die stadteigene Festung Kristiansten, traumhafter Blick über Trondheim inklusive. Klar, dass man auch am Kanalhafen vorbei schaut, wo man bei den bunten typischen Lagerhäusern gleich in Verzückung gerät. Norwegisch heimelig. Gleiches in der zauberhaften Altstadt, wo sich die Holzhäuschen dicht an dicht schmiegen und das Auge mit allen Farben erfreuen.

Nidarosdom, Copyright: insidenorway

Nidarosdom, Copyright: insidenorway

Besonders stimmungsvoll ist es in Trondheim an Heiligabend. Hat man das Glück, dass die Liegezeit genau auf diesen Tag fällt, kommt man in den Genuss die Weihnachtsmesse im Dom besuchen zu können. Auf meiner letzten Weihnachts- und Silvesterreise zogen wir mit den Gästen und vielen von der Crew mit Pechfackeln vom Schiff zum Dom. Ein unvergessliches Erlebnis.

Heiligabend in Trondheim, Copyright: insidenorway

Heiligabend in Trondheim, Copyright: insidenorway

Nach einigen Häfen, die man genüsslich in der Nacht verschläft, erreicht das Schiff am 4. Tag Bodø. Ich persönlich favorisiere den Ausflug zum Saltstraumen, schließlich ist man nicht jeden Tag an so einem gewaltigen Gezeitenstrom. Im Winter gewinnt der, der die superwarme Jacke im Gepäck hat, denn hier weht zu dem reißenden Strom ein Wind, dass es einem die Haare vom Kopf weht. Powered by Nature eben. Wer sich vom Schnee, der einem wie kleine Messer ins Gesicht schneidet, nicht beeindrucken lässt, genießt den Ausblick auf die Strömung gleich unter Brücke, die über den Saltstraumen führt. Die Angelfreunde, die hier sonst zahlreich anzutreffen sind, halten sich bei diesem Wetter eher mit ihrer Anwesenheit zurück. Wahrscheinlich verharren die Fische sowieso irgendwo im „Winterschlaf“.😉

Polarnacht am Saltstraumen, Copyright: insidenorway

Polarnacht am Saltstraumen, Copyright: insidenorway

Das mit dem „hell“ hat sich ab hier dann auch erledigt, denn mittlerweile befindet sich das Schiff schon nördlich des Polarkreises. Obwohl: viele denken ja, dass Polarnacht gemeinhin bedeutet, dass der ganze Tag so stockfinster ist wie die Nächte. Aber auch in der Polarnacht kann man tagsüber auf Dämmerung hoffen. Mehr ist allerdings nicht drin. Bei wolkenfreiem Himmel hat man aber immerhin das Gefühl man lebt nicht in völliger Dunkelheit. Dafür bekommt man in dieser Jahreszeit aber auch die spektakuläre Lightshow der Nordlichter dazu, vorausgesetzt natürlich, dass der Himmel gnädig ist und die Wolken woanders hinschickt. Das Schiff hält sich aber so lange in der Nordlichtzone auf, dass es schon mit dem Teufel zugehen muss, wenn man keine zu Gesicht bekommt.

Trotz Polarnacht ein Hauch von Licht in Finnsnes, Copyright: insidenorway

Trotz Polarnacht ein Hauch von Licht in Finnsnes, Copyright: insidenorway

Nächster längerer Stopp ist Tromsø. Davor gibt es zwar noch einen einstündigen Aufenthalt in Svolvær auf den Lofoten, aber das soll aufgrund des längeren Stopps auf dem Rückweg hier mal unter den Tisch fallen. Auf der Winterfahrt gilt es sich in Tromsø zu entscheiden: Trip durch die Stadt oder auf zur Hundeschlitten-Tour. Mein klarer Favorit: die Hundeschlitten-Tour. Das Wahrzeichen von Tromsø, die Eismeerkathedrale, lässt sich auch auf dem Rückweg, wenn das Schiff wieder südgehend ist, noch bestaunen.

Tromsø, Copyright: insidenorway

Tromsø, Copyright: insidenorway

Also Hundeschlitten. Warm eingepackt mit allem, was dazu gehört. Vom Schlitten aus genießt man den atemberaubenden Blick auf die eisige Natur und auch wenn es bei der Tour dunkel ist, ist die Atmosphäre einzigartig. Mit der Stirnlampe unter Sternenhimmel auf dem Schnee dahin zu sausen hat was!

Copyright: Janina Graf

Copyright: Janina Graf

Müßig zu erwähnen, dass man am Ende des dreistündigen Ausflugs süchtig ist. Süchtig nach dem Einssein mit der Natur, der Kraft der Huskys, ja sogar süchtig nach der Kälte. Gut, dass man am Wendepunkt in Kirkenes nochmal darf – wenn man einen Platz ergattert. Der Suchtfaktor befällt nämlich so ziemlich jeden.

An Tag 6 erreicht das Schiff Honningsvåg. Das Nordkapp ist nahe. Der Ausflug zum Felsplateau mit dem Globus ist Pflicht. Wenn man schon bis hier gekommen ist, will man schließlich auch gen Nordpol auf die Barentssee schauen. Durch die Polarnacht geht es mit dem Bus weiter nach Norden. Und weil im Winter das letzte Stück der Straße gesperrt ist, fährt man in der Kolonne, so wie es in Norwegen wintertypisch ist. Der Schneepflug vorne weg, alle Busse und Autos hinterher. Wer die Kolonne verpasst muss draußen bleiben.

Am Nordkapp weht – wie sollte es anders sein – der kräftige Winterwind. Nie war man dankbarer für Mütze und Handschuhe. Trotz eisiger Kälte steht man andächtig am gusseisernen Globus und schaut in die eisige Polarnacht hinaus auf die Barentssee. Überwältigend. Wer hier noch Nordlichter erlebt ist im Norwegenhimmel.

Das Nordkapp in der Polarnacht mittags um ein Uhr, Copyright: insidenorway

Das Nordkapp in der Polarnacht mittags um ein Uhr, Copyright: insidenorway

7. Tag. Schon ist der Wendepunkt der Reise erreicht. Bereits jetzt ist man randvoll mit Erlebnissen. Aber auch im zweiten Teil hält die Reise einiges bereit. Doch davon wollen wir Euch das nächste mal erzählen. To be continued……🙂