Auch die Norweger lieben die Hurtigrute. Anlass für das norwegische Fernsehen ein Schiff der Flotte in Echtzeit zu begleiten. So konnten die Zuschauer die Reise auf der MS Nordnorge 2012 live miterleben. Nie zuvor hatte das NRK so hohe Einschaltquoten. Die vierstündige Zusammenfassung findet Ihr in nachfolgendem Video. Ok, es ist zwar in norwegischer Sprache, aber die Bilder sprechen für sich. Wer die gesamte Reise sehen möchte, hat im zweiten Video dazu Gelegenheit. Hier gibt es die gesamte Reise, eingefangen mit der Bugkamera in Timelapse.
Bergen
Die Silvesterreise auf der MS Nordlys
Wir sind zurück von der Silvestertour. Los ging es gleich nach Weihnachten mit einem gut gefüllten Schiff. Schon über die Weihnachtsfeiertage hielt ein Sturmtief die halbe Flotte in Atem und auch wir zitterten, ob wir planmäßig in Bergen starten konnten. Unser Schiff ließ sich aber mit Verspätung in Bergen blicken und so ging es pünktlich Richtung Norden. Tag zwei bescherte uns einen wunderschönen Stopp in Ålesund, inklusive traumhaften Winterlichts beim Ablegen. Wer stöhnt da schon über die Kälte, wenn man den traumhaften Blick auf die warm beleuchteten Häuschen genießen darf.

Ålesund, Copyright: insidenorway
Tag drei beglückte uns mit Regen und wir überlegten, ob wir den Weg von fünfzehn Minuten vom Schiff zur Innenstadt von Trondheim antreten sollten. Aber da man ja schließlich schon Wasser von unten hat, macht Wasser von oben dann auch nichts mehr. Den Regenschirm kann man in Norwegen getrost vergessen, da der Wind ihn in kurzer Zeit zum Gerippe umgestaltet. Also Kapuze auf und nassregnen lassen. Das waren wir dann auch nach dem Spaziergang durch Bakklandet und das Domgelände reichlich und hängten uns anschließend auf dem Schiff sozusagen zum trocknen auf.

Trondheim, Kanalhafen, Copyright: insidenorway
Zum Regen kam an Tag vier der Sturm dazu. Eigentlich wollten wir in Bodø einen Spaziergang zum Yachthafen unternehmen, aber der Wind bließ so heftig, dass es kaum möglich war, sich an der Gangway herunter zu hangeln. Trotzdem wagten wir uns hinaus und kämpften uns gegen den Wind bis in die Innenstadt. Auch vom Tageslicht verabschiedeten wir uns an diesem Tag, die Polarnacht stand schon in den Startlöchern. Der Sturm hielt uns einige Zeit am Kai fest, so dass wir passend zum Abendessen zur Überfahrt über den Vestfjord starteten. Schaukelfestival. Ja, im Winter muss man eben mit Seegang rechnen.
An Tag fünf, dem Silvestertag, schnupperten wir erstes Polarnachtfeeling mit zauberhaftem Dämmerungszustand, der eine wunderbare Lichtstimmung an den Himmel malte. Und auch das Winterwetter rückte näher, vorläufig aber noch mit eher schmuddeligem Beiwerk. In Finnsnes, wo es um 12:30 Uhr bereits wieder stockdunkel war, konnte sich das Wetter noch nicht richtig zwischen Regen und Schnee entscheiden.
Am Nachmittag in Tromsø roch es bereits nach Silvester. Schnee über Schnee, die ersten Feuerwerksraketen ließen sich bereits über der Eismeerkathedrale blicken. Neben uns am Kai die MS Kong Harald, ein Doppelschiffsilvester sozusagen. Pünktlich um Mitternacht versammelten sich alle warm eingepackt auf Deck sieben und begrüßten das neue Jahr unter lautstarkem Tuten der Schiffe. Herrlich.

Copyright: insidenorway
Ab jetzt schneite es unaufhörlich und wir stapften in jedem Hafen durch die weiße Winterpracht. Auf der Nordkappinsel gleich soviel, dass uns der Zutritt zum Nordkapp verwehrt blieb, die weißen Massen türmten sich meterhoch und so genossen wir den Aufenthalt in Honningsvåg, wo jeder, der sich draußen aufhielt, zwangsläufig in einen Schneemann verwandelt wurde. An Tag sieben in Kirkenes erwartete uns die klare Polarnacht und wir starteten zur Hundeschlittentour. Mit sechs Hundeschlitten sausten wir am Fjord entlang durch die klirrende Kälte, ein echtes Erlebnis und wir beteten, dass der Akku des Handys erst NACH den Fotos schlapp macht. Nach dem Wendepunkt schaukelten wir nun zurück durch die Barentsee wieder auf Südkurs. Nächster längerer Stopp in Hammerfest an Tag acht. Auch hier verzauberte uns die Polarnacht mit traumhaftem Licht.

Hammerfest, Copyright: insidenorway
Natürlich hofften wir alle auf Nordlicht. Während uns nordgehend noch der zugezogene Himmel einen Strich durch die Rechnung machte, wurden wir südgehend mit Nordlichtfeuerwerk belohnt. Gemeinsam zitterten wir an Deck und schauten in das Spektakel hoch über uns. Atemberaubend. Drei Stunden lang bot uns der Himmel eine Lightshow der Extraklasse.
An Tag neun passierten wir die Inselgruppen der Lofoten und Vesterålen und genossen den Blick auf schneebedeckte Berge und die atemberaubende Landschaft. Ebenso an Tag zehn, wo wir an der Bergkette der sieben Schwestern vorbei fuhren und zum ersten Mal wieder das Tageslicht begrüßten. An Tag elf roch es bereits nach Abschied. Trondheim, Kristiansund und Molde begrüßten uns zum zweiten mal auf dieser Reise und schon war es Zeit die Koffer zu packen. Das hielt uns aber nicht davon ab auch den letzten Tag zu genießen, wo wir die Schärenlandschaft vor Bergen passierten. Dann war es soweit. Abschied nehmen in Bergen, Abschied von unserem Schiff und der Crew. Bis wir wiederkommen. Auf Wiedersehen auf der MS Kong Harald.
Unser Hurtigruten-Buch ist da !
Die Reise mit den Postschiffen ist unsere Leidenschaft. Die norwegische Landschaft, die entlang der Strecke unterschiedlicher nicht sein könnte, und die Atmosphäre auf den Schiffen tragen zu einer einzigartigen Reise bei. Die Magie der Tour wollen wir weitergeben. Deshalb haben wir 2016 durch alle Jahreszeiten hindurch fleißig fotografiert und erzählen in unserem Buch von der Postschiffrute und Momenten, die jeder, der schon einmal gefahren ist, wieder erkennen wird. Also erlebe Deine Reise noch einmal oder lass Dich inspirieren zu Deiner Tour aufzubrechen.
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Polarnacht in Sicht oder: wo geht es denn hier zum Winterschiffszauber? Teil 2 !
Die Reise auf der Hurtigrute geht weiter. 7. Tag. Kirkenes. Nur zehn Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Ok, Kirkenes ist keine wirkliche Perle, aber das Drumherum macht alles wett. Erstes Muss: das Schneehotel unweit der Stadt. Über Mangel an Winter kann man sich hier nun wirklich nicht beschweren. Im Winter sind es gerne mal minus zwanzig Grad und man kommt kältemäßig voll auf seine Kosten. Und im Hotel empfindet man die minus vier Grad geradezu als hochsommerlich. Kaum zu glauben, dass das Hotel jede Saison neu aufgebaut wird, nachdem das Tauwetter ihm im Sommer den garaus gemacht hat. Die Zimmer sind zauberhaft gestaltet, jedes hat ein eigenes Thema, lediglich die Betten bestehen nicht aus Eis und der Polarschlafsack hält für die Nacht mollig warm.

Schneehotel Kirkenes, Copyright: insidenorway
Auf dem Gelände des Hotels gibt es aber noch viel mehr zu sehen. Zum Beispiel: Rentiere. Man muss ein bißchen warten bis sich eins blicken lässt. Aber wenn man sie erspäht gerät man in Entzücken. Perfekt an die Kälte angepasst und einen mit großen Augen anschauend. Gleich gegenüber: die Wohnstube der Huskys. Nicht vergleichbar mit unserer Vorstellung eines gemütlichen Wohnzimmers, aber der Husky an sich wohnt eben gern kältebetont. Schließlich will man sich als Schlittenhund jederzeit im kühlen Schnee wälzen können. Husky-Vergnügen. Der Sucht-Schlittenfahrer bricht dann auch hier zu seiner zweiten Husky-Safari auf. Wiederholungstäter und so. Wer keinen Platz mehr ergattert hat, begnügt sich mit zuschauen.

Copyright: insidenorway
Die Alternative winkt am Nachmittag. Das Schneemobil. Mit PS unter dem Allerwertesten ist der zugefrorene Fjord Trumpf. Durch das norwegische Winterwonderland sausen, die Polarluft einatmen, umrahmt von der rauhen arktischen Landschaft. Das Paradies könnte nicht besser sein.
Dann heißt es: südgehend. Am 8. Tag winkt Hammerfest. „Into the Ice“ sollte man auf der Wintertour unbedingt ausprobieren, nicht nur weil man stilecht in Expeditionsausrüstung der 1910er Jahre unterwegs ist, sondern auch weil man den Hauch einer Ahnung bekommt, wie es sich anfühlt einer arktischen Expedition anzugehören. Eben bewegt man sich noch „trittfest“ auf blankem Eis um einen Schritt weiter kniehoch im Schnee zu versinken. Pioniergeist und so. Logisch, dass man am Gipfel die norwegische Flagge hisst. Den Traumblick auf das winterliche Hammerfest gibt es kostenlos dazu.

Über Hammerfest, Copyright: insidenorway
Zurück vom Gipfel ist man dankbar für warmen Tee und Suppe im Zelt, obwohl das Feuer in selbigem so einheizt, dass man sich nach fünf Minuten temperaturmäßig in der Karibik wähnt.
Am Abend winkt ein Kulturgenuss. Stopp in Tromsø. Wer sich nordgehend der Huskyschlittenliebe hingegeben hat, bekommt südgehend jetzt die zweite Chance zumindest ein bißchen von der größten Stadt Nordnorwegens zu sehen. Beim Mitternachtskonzert in der Eismeerkathedrale sollte man sich von klassischer Musik entzücken lassen. Das Wahrzeichen von Tromsø thront am Ende der Tromsøbrua, der Tromsøbrücke, und ist in seiner abendlichen Beleuchtung einfach wunderhübsch anzuschauen.
An Tag 9 ist das Schiff zurück auf den Lofoten. Genauer gesagt in Svolvær. Nun gut, die Ausflugsmöglichkeiten sind im Winter begrenzt, aber ein Spaziergang zur Halbinsel Svinøya lohnt sich auch im Winter. Stockfischgestelle, Fischfabrik und Rorbuer (die alten Fischerhütten) lassen keinen anderen Schluss zu, als dass Fisch hier ein größeres Thema ist. Dem Stockfisch bin ich ja nicht so außerordentlich zugetan, aber die Atmosphäre auf der Halbinsel nimmt einen gleich gefangen. Wer noch den entzückenden alten Krämerladen besucht, unternimmt eine Zeitreise nach Alt-Norwegen.

Svolvær, Copyright: insidenorway
An Tag zehn wird der Polarkreis wieder nach Süden überschritten. Das Tageslicht ist zurück, wenn auch erst einmal mit spärlichen drei Stunden, aber immerhin. Zeit für einen Ausstieg in Sandnessjøen. Die Länge des Stopps ist zwar überschaubar, aber für einen Spaziergang am Kai mit ein paar zauberhaften Fotomotiven reicht es. Die Kutter liegen schlafend im eisklaren Wasser vor einer zauberhaften Bergkulisse. Und da die Sonne ja wieder über den Horizont klettert, kann man auf der Weiterfahrt gleich an Deck stehen bleiben um die Bergkette der Sieben Schwestern zu bestaunen. Die sieben Jungfrauen, die vor König Hestmannen flohen, erstarrten hier bei Sonnenaufgang zu Stein. Ja, die Norweger sind eben gekonnt darin die Natur ihres Landes mit Legenden zu bestücken. Und imposant ist die Gebirgskette noch dazu. Der zur Legende zugehörige Torghatten, der berühmte Berg mit dem Loch, verschwindet auf der Wintertour allerdings in der Dunkelheit.

Sandnessjøen, Copyright: insidenorway
Der Trondheim-Fan und Frühaufsteher hat an Tag 11 die zweite Gelegenheit durch die Stadt zu ziehen. Wer um halb sieben am morgen die zwanzig Minuten vom Anleger in Trondheims Zentrum läuft, hat sich kalorienmäßig schon das Frühstück verdient. Hilfreich, denn die Coastal Kitchen, die auf dem Schiff serviert wird, kann man nur schwer ignorieren. Am Ende der Reise hat man sich so ziemlich durch alle Spezialitäten gegessen, die Norwegens Küste zu bieten hat. Das Food-Baby wächst.😉
Amselben Tag stehen noch einmal Kristiansund und Molde auf dem Programm. Beine vertreten, Hafen genießen, den Ausklang der Reise beweinen.
An Tag 12 ist es soweit. Bergen ist in Sicht. Und verbunden damit der Gedanke, dass man doch eben noch 2.500km nördlicher war. Wo man nordgehend noch dachte, dass man sich gemächlich gen Nordkapp bewegt, hat man südgehend das Gefühl, dass streckenmäßig der Turbo eingeschaltet wird. Wer bei der Einfahrt in Bergen am Bug steht, dem raubt der Wind fast den Atem. Aber zu verlockend ist es zu beobachten wie die Stadt immer näher kommt. Und so kann man sich mit Gedanken an die Reise von seinem Schiff verabschieden. Bis man wiederkehrt. Zur nächsten Tour. Auf der Hurtigrute.

Bergen in Sicht, Copyright: insidenorway
Polarnacht in Sicht oder: wo geht es denn hier zum Winterschiffszauber? Teil 1 !
Oft werde ich gefragt, welche Atmosphäre auf den Winterreisen herrscht und ob es sich lohnt in der dunklen Jahreszeit zu reisen. Natürlich sieht man von der Natur weniger als im Sommer, aber dafür bekommt man Nordlichtzauber, schneebedeckte Städte und die Polarnacht. Und auch die hat ihren Reiz.
Im Winter heißt es Ablegen in Bergen um 22:30 Uhr und wie immer weht dann ein Hauch von Abenteuer ums Schiff. Schließlich sind es ja auch knapp 2.500km, die man bis zum Wendepunkt in Kirkenes zurücklegt. An Deck stehen im eisigen Wind muss sein. Schließlich ist Norwegen „powered by Nature“ und das will man ja auch spüren. Ok, nach spätestens einer halben Stunde ist man ein wandelnder Eiszapfen und freut sich über die muggelige Wärme im Schiff.
Gleich am nächsten Tag erreicht man eines der Städtehighlights von Norwegen: Ålesund und in den drei Stunden, die das Schiff am Kai liegt, lässt sich hier alles wesentliche besichtigen. Allem voran natürlich die zauberhafte Jugendstil-Architektur. Und den Aussichtsberg Aksla. Und und und.

Ålesund im Advent, Copyright: insidenorway
Um 15 Uhr geht es weiter. Nach Molde. Hier bleibt man meist ein „An-Deck-Steher“, da das Schiff nur dreißig Minuten am Kai liegt. Dafür hat man einen herrlichen Blick auf das Scandic Seilet Hotel, in der Bauweise ein bißchen in Dubai abgeguckt. Gebaut wie ein Segel und so. Und das Lichtermeer der Häuschen von Molde kann sich auch sehen lassen, auch wenn man die Romsdalsalpen im Winter nur erahnen kann. Am Abend läuft man in Kristiansund ein. Für mich eine der schönsten Hafeneinfahrten überhaupt. Auch im Winter oder vielleicht gerade da. Die Lichter kommen immer näher, das Schiff zieht vorbei an Häusern und Hafengeschehen. Herrlich! Den arktischen Wind muss man eben einfach ertragen.
3. Tag. Also das mit dem frühen Vogel ist mir ja normalerweise eher egal, aber an diesem Tag ist Frühstück um 7 Uhr eine echte Option, weil man sich in Trondheim dann so richtig austoben kann. Die Stadt ist ja überhaupt zauberhaft und für mich auch eine der Favoritenstädte.

Trondheim Kanalhafen und Bakklandet, Copyright: insidenorway
Der Dom ist einfach immer wieder imposant und wer den kurzen steilen Weg nicht scheut, erklimmt die stadteigene Festung Kristiansten, traumhafter Blick über Trondheim inklusive. Klar, dass man auch am Kanalhafen vorbei schaut, wo man bei den bunten typischen Lagerhäusern gleich in Verzückung gerät. Norwegisch heimelig. Gleiches in der zauberhaften Altstadt, wo sich die Holzhäuschen dicht an dicht schmiegen und das Auge mit allen Farben erfreuen.

Nidarosdom, Copyright: insidenorway
Besonders stimmungsvoll ist es in Trondheim an Heiligabend. Hat man das Glück, dass die Liegezeit genau auf diesen Tag fällt, kommt man in den Genuss die Weihnachtsmesse im Dom besuchen zu können. Auf meiner letzten Weihnachts- und Silvesterreise zogen wir mit den Gästen und vielen von der Crew mit Pechfackeln vom Schiff zum Dom. Ein unvergessliches Erlebnis.

Heiligabend in Trondheim, Copyright: insidenorway
Nach einigen Häfen, die man genüsslich in der Nacht verschläft, erreicht das Schiff am 4. Tag Bodø. Ich persönlich favorisiere den Ausflug zum Saltstraumen, schließlich ist man nicht jeden Tag an so einem gewaltigen Gezeitenstrom. Im Winter gewinnt der, der die superwarme Jacke im Gepäck hat, denn hier weht zu dem reißenden Strom ein Wind, dass es einem die Haare vom Kopf weht. Powered by Nature eben. Wer sich vom Schnee, der einem wie kleine Messer ins Gesicht schneidet, nicht beeindrucken lässt, genießt den Ausblick auf die Strömung gleich unter Brücke, die über den Saltstraumen führt. Die Angelfreunde, die hier sonst zahlreich anzutreffen sind, halten sich bei diesem Wetter eher mit ihrer Anwesenheit zurück. Wahrscheinlich verharren die Fische sowieso irgendwo im „Winterschlaf“.😉

Polarnacht am Saltstraumen, Copyright: insidenorway
Das mit dem „hell“ hat sich ab hier dann auch erledigt, denn mittlerweile befindet sich das Schiff schon nördlich des Polarkreises. Obwohl: viele denken ja, dass Polarnacht gemeinhin bedeutet, dass der ganze Tag so stockfinster ist wie die Nächte. Aber auch in der Polarnacht kann man tagsüber auf Dämmerung hoffen. Mehr ist allerdings nicht drin. Bei wolkenfreiem Himmel hat man aber immerhin das Gefühl man lebt nicht in völliger Dunkelheit. Dafür bekommt man in dieser Jahreszeit aber auch die spektakuläre Lightshow der Nordlichter dazu, vorausgesetzt natürlich, dass der Himmel gnädig ist und die Wolken woanders hinschickt. Das Schiff hält sich aber so lange in der Nordlichtzone auf, dass es schon mit dem Teufel zugehen muss, wenn man keine zu Gesicht bekommt.

Trotz Polarnacht ein Hauch von Licht in Finnsnes, Copyright: insidenorway
Nächster längerer Stopp ist Tromsø. Davor gibt es zwar noch einen einstündigen Aufenthalt in Svolvær auf den Lofoten, aber das soll aufgrund des längeren Stopps auf dem Rückweg hier mal unter den Tisch fallen. Auf der Winterfahrt gilt es sich in Tromsø zu entscheiden: Trip durch die Stadt oder auf zur Hundeschlitten-Tour. Mein klarer Favorit: die Hundeschlitten-Tour. Das Wahrzeichen von Tromsø, die Eismeerkathedrale, lässt sich auch auf dem Rückweg, wenn das Schiff wieder südgehend ist, noch bestaunen.

Tromsø, Copyright: insidenorway
Also Hundeschlitten. Warm eingepackt mit allem, was dazu gehört. Vom Schlitten aus genießt man den atemberaubenden Blick auf die eisige Natur und auch wenn es bei der Tour dunkel ist, ist die Atmosphäre einzigartig. Mit der Stirnlampe unter Sternenhimmel auf dem Schnee dahin zu sausen hat was!

Copyright: Janina Graf
Müßig zu erwähnen, dass man am Ende des dreistündigen Ausflugs süchtig ist. Süchtig nach dem Einssein mit der Natur, der Kraft der Huskys, ja sogar süchtig nach der Kälte. Gut, dass man am Wendepunkt in Kirkenes nochmal darf – wenn man einen Platz ergattert. Der Suchtfaktor befällt nämlich so ziemlich jeden.
An Tag 6 erreicht das Schiff Honningsvåg. Das Nordkapp ist nahe. Der Ausflug zum Felsplateau mit dem Globus ist Pflicht. Wenn man schon bis hier gekommen ist, will man schließlich auch gen Nordpol auf die Barentssee schauen. Durch die Polarnacht geht es mit dem Bus weiter nach Norden. Und weil im Winter das letzte Stück der Straße gesperrt ist, fährt man in der Kolonne, so wie es in Norwegen wintertypisch ist. Der Schneepflug vorne weg, alle Busse und Autos hinterher. Wer die Kolonne verpasst muss draußen bleiben.
Am Nordkapp weht – wie sollte es anders sein – der kräftige Winterwind. Nie war man dankbarer für Mütze und Handschuhe. Trotz eisiger Kälte steht man andächtig am gusseisernen Globus und schaut in die eisige Polarnacht hinaus auf die Barentssee. Überwältigend. Wer hier noch Nordlichter erlebt ist im Norwegenhimmel.

Das Nordkapp in der Polarnacht mittags um ein Uhr, Copyright: insidenorway
7. Tag. Schon ist der Wendepunkt der Reise erreicht. Bereits jetzt ist man randvoll mit Erlebnissen. Aber auch im zweiten Teil hält die Reise einiges bereit. Doch davon wollen wir Euch das nächste mal erzählen. To be continued……🙂
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